Argunet Debates

Argument: Überraschende Prognosen möglich

  1. Es ist möglich, dass für jedes Paar rivalisierender Paradigmen gilt: Jedes von ihnen formuliert mit der ihm eigenen Sprache zentrale Aussagen, die nicht ohne Bedeutungsverlust oder -modifikation in die Sprache des anderen übersetzt werden können; zugleich macht aber genau eines der Paradigmen aber eine Prognose, die (i) in das andere Paradigma übersetzt werden kann, (ii) in dem rivalisierenden Paradigma eine sehr geringe Prima facie-Wahrscheinlichkeit besitzt (d.h. überraschend ist) und (iii) tatsächlich eintritt.
  2. Macht ein Paradigma eine korrekte Prognose, die gemäß eines rivalisierenden Paradigmas eine sehr geringe Prima facie-Wahrscheinlichkeit besitzt, so ist es vernünftig, sich ceteris paribus für dasjenige Paradigma zu entscheiden, das die korrekte und überraschende Prognose machte.
  3. Es ist möglich, dass für jedes Paar rivalisierender Paradigmen gilt: Jedes von ihnen formuliert mit der ihm eigenen Sprache zentrale Aussagen, die nicht ohne Bedeutungsverlust oder -modifikation in die Sprache des anderen übersetzt werden können; zugleich aber erfüllt genau eines der Paradigmen Kriterien dafür, dass es ceteris paribus vernünftig ist, sich für dieses und gegen das andere zu entscheiden.
  4. Wenn genau ein Paradigma aus einem beliebigen rivalisierenden Paar Kriterien dafür erfüllt, dass es ceteris paribus vernünftig ist, sich für dieses und gegen das andere zu entscheiden, so muss sich wissenschatlicher Paradigmenwandel folglich nicht nur nach willkürlichen Gesichtspunkten vollziehen.
  5. Es ist möglich, dass für jedes Paar rivalisierender Paradigmen gilt: Jedes von ihnen formuliert mit der ihm eigenen Sprache zentrale Aussagen, die nicht ohne Bedeutungsverlust oder -modifikation in die Sprache des anderen übersetzt werden können; zugleich muss sich wissenschatlicher Paradigmenwandel nicht nur nach willkürlichen Gesichtspunkten vollziehen.
  6. Es ist möglich, dass jedes Paradigma mit der ihm eigenen Sprache zentrale Aussagen formuliert, die nicht ohne Bedeutungsverlust oder -modifikation in die Sprache eines rivalisierenden Paradigmas übersetzt werden können, sich wissenschatlicher Paradigmenwandel aber nicht nur nach willkürlichen Gesichtspunkten vollzieht und nicht objektiv ist.

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