Argunet Debates

Argument: Alltagssprachen-Reductio

Wären ergänzte Paradigmen nicht identisch, so hätte jeder sein eigenes Paradigma und Kommunikation wäre unmöglich.

  1. Die Bedeutung einer Aussage P wird zumindest partiell von dem inferentiellen Kontext, d.h. den Aussagen, die zu P in inferentieller oder logischer Beziehung stehen, bestimmt.
  2. Viele Aussagen stehen in den alltagssprachlichen Paradigmen und Überzeugungsnetzen zweier beliebiger Personen in ganz verschiedenen inferentiellen Kontexten.
  3. Wird eine Größe X partiell durch Y bestimmt und stimmen viele F-Gegenständen hinsichtlich Y nicht mit G-Gegenständen überein, so stimmen viele F-gegenstände auch hinsichtlich X nicht mit G-Gegenständen überein.
  4. Viele Aussagen, die in alltagssprachlichen Paradigmen zweier beliebiger Personen vorkommen, bedeuten etwas ganz verschiedenes.
  5. Haben viele Aussagen, die wortwörtlich in zwei Paradigmen vorkommen, eine verschiedene Bedeutung, so handelt es sich nicht um ein und dasselbe Paradigma.
  6. Jede Person hat ihr eigenes, privates alltagssprachliches Paradigma und Überzeugungsnetz.
  7. Keine Aussage, die mit der einem Paradigma eigenen Sprache formuliert ist, kann ohne Bedeutungsverlust oder -modifikation in die Sprache eines rivalisierenden Paradigmas übersetzt werden.
  8. Aussagen einer Person können nicht in die Sprache einer anderen Person übersetzt werden.
  9. Wenn Kommunikation möglich ist, dann können die Aussagen einer kommunizierenden Person in die Sprache der Kommunikationspartner übersetzt werden.
  10. Zwischenmenschliche Kommunikation ist unmöglich.
  11. Zwischenmenschliche Kommunikation ist möglich.
  12. Es gilt nicht: Wenn viele Aussagen, die wortwörtlich in zwei Paradigmen vorkommen, die gleiche Bedeutung haben, dann handelt es sich nicht um ein und dasselbe Paradigma.

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