Wir können gar nicht anders, sobald wir miteinander reden: Früher oder später fangen wir unweigerlich an, Gründe zu fordern und auszutauschen. Das kann schnell komplex und unübersichtlich werden. Denn allzu schnell entstehen Missverständnisse, wird aneinander vorbeigeredet oder vergisst man, worum es ursprünglich eigentlich ging. Vielleicht beansprucht eine Gesprächspartnerin auf einmal für sich, eine These unwiderlegbar begründet zu haben, ohne dass ihrem Gegenüber klar wäre, wie ihre Begründung überhaupt aussieht. Eine andere Teilnehmerin behauptet vielleicht, einen Widerspruch in der Position ihrer Kontrahentin entdeckt zu haben, obwohl die keinen Widerspruch erkennen kann.
Diese Probleme werden durch die Komplexität unserer globalen Gesellschaft, insbesondere durch die neuen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten des Internets, noch verstärkt. Die rationale Filterung, Sichtung, Analyse und Bewertung komplexer Debatten wird zusehends aufwändiger, und häufig wird sie vernachlässigt.
Die logische Rekonstruktion unter Verwendung von Argumentlandkarten kann dabei behilflich sein, diese in jedem rationalen Diskurs unverzichtbaren Aufgaben zu bewältigen. Sie kann uns helfen, den Überblick zu bewahren, Missverständnissen vorzubeugen, Begründungsansprüche zu überprüfen, Inkonsistenz nachzuweisen und die eigene Position zu verorten. Argumentkartierung ist deshalb eine Methode, die in vielen Kontexten sinnvoll zum Einsatz kommen kann: in der Philosophie, in der Wissenschaft allgemein, in den Medien, auf Diskussionsveranstaltungen, in Politik oder Wirtschaft. Denn wie schon gesagt: Argumentiert wird fast überall, und fast überall könnte rationaler argumentiert werden.
Wir hoffen, mit Argunet und insbesondere mit dieser Einführung zur Verbreitung dieser Methode auch außerhalb der Wissenschaft beizutragen.
Viel Spaß beim Argument-Mapping!
Ihr Argunet-Team